WordPress mehrsprachig betreiben: So geht’s
Eine mehrsprachige WordPress-Website braucht drei Dinge: eine saubere Adressstruktur je Sprache, korrekte hreflang-Auszeichnung und einen Übersetzungsprozess, der auch nach dem Launch durchgehalten wird. Am häufigsten scheitert es nicht an der Technik, sondern am dritten Punkt.
Dieser Beitrag stammt ursprünglich aus dem Jahr 2017 und ist überarbeitet, weil sich die Werkzeuge geändert haben — die Grundfragen aber nicht.
Lohnt sich das überhaupt?
Mehrsprachigkeit verdoppelt nicht nur die Reichweite, sondern auch den Pflegeaufwand. Sinnvoll ist sie, wenn Sie in den Zielmärkten tatsächlich verkaufen oder liefern und wenn jemand die Inhalte dauerhaft pflegen kann.
Nicht sinnvoll ist sie als Schaufensterdekoration. Eine englische Version, die seit drei Jahren einen veralteten Stand zeigt, schadet mehr, als sie nützt.
Adressstruktur: Unterverzeichnis, Subdomain oder eigene Domain
Für die meisten Unternehmenswebsites ist das Unterverzeichnis die beste Wahl:
beispiel.de/en/— Unterverzeichnis. Alle Sprachen zahlen auf dieselbe Domain ein, ein Zertifikat, ein Hosting. Der Regelfall.en.beispiel.de— Subdomain. Sinnvoll, wenn die Sprachversionen technisch oder redaktionell getrennt betrieben werden.beispiel.co.uk— eigene Landesdomain. Nur bei ernsthafter Marktpräsenz vor Ort, mit eigenem Impressum und eigener Rechtslage.
hreflang: der Teil, der am häufigsten falsch ist
Über hreflang teilen Sie Suchmaschinen mit, welche Seite welche Sprachversion einer anderen ist. Drei Fehler sieht man immer wieder:
- Fehlender Rückverweis. Wenn die deutsche Seite auf die englische zeigt, muss die englische auch auf die deutsche zeigen. Einseitige Angaben werden ignoriert.
- Fehlender Selbstverweis. Jede Seite muss sich auch selbst aufführen.
- Falscher Regionalcode.
enist Englisch.en-GBist Englisch für Großbritannien. Wer nur eine englische Fassung hat, nimmten.
Ergänzend gehört ein x-default auf die Fassung, die ausgeliefert wird, wenn keine Sprachversion passt.
Automatisch weiterleiten? Besser nicht
Eine automatische Weiterleitung anhand der Browsersprache oder der IP-Adresse ist bequem gedacht und in der Praxis ärgerlich: Sie sperrt Besucher aus der Fassung aus, die sie eigentlich lesen wollten, und behindert die Indexierung.
Besser: die passende Sprachversion vorschlagen, aber den Wechsel dem Besucher überlassen — und den Sprachumschalter sichtbar in die Navigation setzen, nicht in den Fußbereich.
Was auch übersetzt werden muss
Vergessen wird regelmäßig alles, was nicht im Fließtext steht:
- Seitentitel und Meta-Beschreibungen
- Adressen, also die Slugs der Seiten
- Alternativtexte von Bildern
- Formularfelder, Fehlermeldungen und Bestätigungstexte
- Navigationsbeschriftungen und Schaltflächen
- Rechtstexte — und zwar rechtlich geprüft, nicht wörtlich übersetzt
Maschinelle Übersetzung als Grundlage, nicht als Ergebnis
Maschinelle Übersetzung ist inzwischen gut genug, um einen ersten Entwurf zu liefern. Sie ist nicht gut genug, um Fachbegriffe Ihrer Branche, Produktnamen und Tonfall zu treffen. Rechnen Sie mit einer redaktionellen Durchsicht durch jemanden, der die Sprache und Ihr Geschäft kennt.
Unsere Empfehlung
Starten Sie mit weniger Seiten in mehr Sprachen statt umgekehrt. Eine vollständige, gepflegte englische Fassung von zwölf Seiten ist deutlich mehr wert als eine halbe Übersetzung von sechzig.
Wenn Sie eine bestehende Website mehrsprachig machen wollen, schreiben Sie uns kurz, welche Sprachen und welcher Umfang gedacht sind. Wir sagen Ihnen, welcher Weg der wartbarste ist.
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